EmpCo & SEO: Was muss man beachten?

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Mario Vogelsteller

EmpCo und SEO treffen dort aufeinander, wo neue Regeln für Umweltwerbung die Begriffe verändern, über die Hotels, Reiseveranstalter und andere Unternehmen bisher bei Google gefunden werden.

Ein Reiseveranstalter rankt bei Google unter dem Keyword „nachhaltige Wanderreisen“ auf Platz 1. Ein kleines Hotel erhält Besucher über die Suche nach „umweltfreundlichen Hotels“. Beide haben ihre Websites über Jahre auf solche Anfragen ausgerichtet. Mit der EmpCo prüfen sie nun ihre Umweltwerbung. Manche bisher verwendeten Aussagen müssen geändert oder entfernt werden. Das kann die gesamte Sprache betreffen, mit der ihre Angebote online gefunden werden.

Denn ab dem 27. September 2026 gelten in Deutschland strengere Regeln für Umweltwerbung. Pauschale Begriffe wie „nachhaltig“, „ökologisch“ oder „klimafreundlich“ sind nicht als einzelne Wörter generell verboten. Entscheidend ist jedoch, welche Aussage sie im jeweiligen Zusammenhang vermitteln und ob diese zulässig konkretisiert und belegt werden kann. Die Behauptung, eine Reise sei klimaneutral, lässt sich beispielsweise nicht durch den Kauf von Kompensationszertifikaten rechtfertigen.

Was bedeutet EmpCo?

EmpCo ist eine EU-Richtlinie, die die Verbraucherrechte stärken soll, um sie vor Greenwashing zu schützen. Die Abkürzung steht für die englische Bezeichnung „Empowering Consumers Act” (Empowering Consumers for the Green Transition through Better Protection against Unfair Practices and through Better Information).

Das bedeutet, dass Unternehmen ihre Umweltbehauptungen in Zukunft wissenschaftlich belegen müssen und irreführende oder verklausulierte Kommunikationspraktiken unterbinden müssen.

Warum hat EmpCo Einfluss auf SEO?

In Fließtexten auf Landingpages, in Reisebeschreibungen und Blogartikeln sind Umweltaussagen meist leicht zu erkennen. Wichtige Begriffe stehen jedoch oft auch an weniger auffälligen Stellen einer Website, die für SEO besonders relevant sind.

Unternehmen, die ihre Inhalte hinsichtlich der EmpCO überarbeiten, sollten daher auch diese nicht auf den ersten Blick sichtbaren Elemente auf kritische Wörter überprüfen:

  • Title Tags und Meta Descriptions: Ein Seitentitel wie „Nachhaltige Radreisen buchen“ kann für das Google-Ranking bedeutsam sein. Eine Meta Description mit dem Keyword kann die CTR-Rate erhöhen, sofern Google sie als Beschreibung anzeigt. Eine Änderung von Titel und Beschreibung kann also beeinflussen, bei welchen Suchanfragen eine Seite in den Suchergebnissen erscheint – und ob Nutzer auf das Ergebnis klicken.
  • Überschriften: Die Hauptüberschrift benennt häufig das zentrale Thema einer Reise oder Unterkunft. Verschwindet „nachhaltige Wanderreisen“ aus der H1-Überschrift, kann die Seite für diese Suchanfrage an Relevanz verlieren. Auch Zwischenüberschriften (H2, H3, usw.) können bisherige Umweltversprechen enthalten.
  • Listen und Aufzählungen: Auf Angebotsseiten werden Umweltversprechen häufig in Form kurzer Stichpunkte dargestellt, zum Beispiel „nachhaltige Unterkunft“ oder „klimafreundlicher Transfer“. Suchmaschinen erfassen sie ebenfalls und können sie zur Einordnung der Seite heranziehen. Werden solche Begriffe aus einer Aufzählung entfernt, kann sich deshalb die Sichtbarkeit für passende Suchanfragen verändern.
  • URLs: Umweltbegriffe können auch im Pfad einer Internetadresse stehen, etwa in einer Kategorie für nachhaltige Reisen. Eine Änderung der URL ist jedoch mehr als eine Textkorrektur: Für Google entsteht eine völlig neue Webadresse. Dadurch können auch bestehende Verlinkungen und die Auffindbarkeit der bisherigen Seite durch die Umstellung betroffen sein.
  • Bilddateien: Bei einem Hotelfoto kann beispielsweise „umweltfreundlich“ im Dateinamen, im Bildtitel oder im Alternativtext stehen. Diese Angaben beschreiben ein Bild für Nutzer oder helfen Suchmaschinen, es einzuordnen.
  • Strukturierte Daten: Reiseangebote, Firmenbeschreibungen und Inhalte mit häufigen Fragen können zusätzlich maschinenlesbar ausgezeichnet sein. Enthält z.B. ein FAQ-Block eine veraltete Umweltaussage, kann dieselbe Formulierung auch in dem dazugehörigen schema.org Code stehen.

Was passiert mit bisherigen Google Rankings?

Die EmpCo ändert keinen der Rankingfaktoren von Google. Das SEO-Risiko entsteht durch die Überarbeitung der Website. Wenn wichtige Begriffe aus dem Title-Tag, den Überschriften und dem Inhalt einer Seite verschwinden, kann diese für entsprechende Suchanfragen weniger relevant erscheinen.

Das muss jedoch nicht passieren. Google berücksichtigt viele Signale und versteht auch verwandte Formulierungen. Ein unverändertes Ranking lässt sich nach einer umfassenden Textänderung jedoch ebenso wenig garantieren.

Warum sind kleine Unternehmen besonders betroffen?

Für kleine Unternehmen kann der Verlust einzelner Google-Rankings bereits von großer Bedeutung sein, wenn über dieses Keyword regelmäßig neue Kunden auf die Website kamen. Ein Veranstalter, der nur eine kleine Auswahl an Wanderreisen anbietet, verfügt möglicherweise nur über einige gut besuchte Landingpages. Verlieren diese an Sichtbarkeit, sinkt zunächst der Suchtraffic. Daraus können weniger Anfragen und Buchungen resultieren.

Die Anpassung bisheriger Aussagen kann außerdem weitere Änderungen auslösen. Auch Angaben von Partnerunterkünften können eine Rolle spielen. Wenn eine neue URL entsteht, kommt eine technische Umstellung hinzu, da 301-Redirects eingerichtet werden müssen. Große Tourismusunternehmen können solche Arbeiten häufig auf mehrere Fachleute verteilen. In kleinen Betrieben liegen die Bereiche Websitepflege und Gästebetreuung dagegen oft bei derselben Person.

Können Unternehmen durch EmpCo an Sichtbarkeit in KI-Antworten verlieren?

KI-Systeme können öffentlich zugängliche Informationen über touristische Angebote berücksichtigen. Werden aufgrund der EmpCp Angaben zur Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit von einer Website entfernt, stehen weniger Informationen zur Einordnung des Angebots zur Verfügung. Ein kleiner Anbieter könnte bei passenden Anfragen deshalb seltener in KI-Antworten erscheinen.

Das Entfernen eines Keywords führt allerdings nicht automatisch dazu, dass ein Hotel oder Veranstalter bei ChatGPT nicht mehr angezeigt wird. KI-gestützte Suchangebote können Zusammenhänge ohne exakte Wortübereinstimmung erkennen. Wie sich eine bestimmte Änderung auf spätere Nennungen auswirkt, ist jedoch nicht verlässlich vorherzusagen.

Warum können die Folgen kleine Betriebe besonders hart treffen?

Ein großer Konzern kann Einbußen auf einer Seite möglicherweise durch viele andere Angebote ausgleichen. Ein kleiner Reiseveranstalter oder ein unabhängiges Hotel ist dagegen oft stärker von wenigen Suchanfragen abhängig. Sinkt die Zahl der Buchungen, fehlen Einnahmen, während die laufenden Kosten weiterbestehen. Bezahlte Werbung kann verlorene unbezahlte Suchzugriffe nur mit zusätzlichem Budget ersetzen.

  • Bitte beachten Sie: Auch bezahlte Werbung ist davon betroffen. Die Prüfung endet nicht auf der Website. So können beispielsweise Anzeigentexte bei Google Ads oder Werbebeiträge in sozialen Netzwerken Umweltversprechen enthalten. Auch diese sollten daher überprüft und bei Bedarf überarbeitet werden.

Hält ein Umsatzrückgang an, könnten im ungünstigsten Fall Arbeitsplätze wegfallen oder die Existenz des Betriebs gefährdet sein. Dies ist ein mögliches Szenario und keine allgemeine Prognose über die Wirkung der EmpCo.
Besonders betroffen sein könnten Unternehmen, die mit kleinen Reisegruppen oder sorgfältig ausgewählten Partnern eine Alternative zum Massentourismus anbieten. Ihre Leistungen bleiben nach der Änderung ihrer Website bestehen. Für Gäste sind sie dennoch schwerer im Internet zu finden.

Der Schnittpunkt von EmpCo und SEO reicht somit vom Title-Tag bis zur Buchung. Rechtlich problematische Aussagen können an vielen Stellen eines Webauftritts vorkommen. Ihre Änderung kann die Sichtbarkeit bei Google beeinflussen und möglicherweise auch die Präsenz in KI-Antworten. Für kleine Tourismusunternehmen ist diese Veränderung deshalb mehr als nur eine redaktionelle Korrektur.

Benötigen Sie Hilfe bei Ihrer Website?

Sie möchten Ihre Website aufgrund der EmpCo-Vorgaben überarbeiten und machen sich Sorgen um Ihre bisherigen Google-Rankings? Oder hat Ihre Seite nach den Änderungen bereits an Sichtbarkeit verloren?

Ich analysiere, über welche Suchanfragen potenzielle Gäste Ihre Angebote finden und welche Seiten besonders betroffen sind. Anschließend unterstütze ich Sie bei der SEO-Überarbeitung Ihrer Website.

Dabei beschreiben wir die besonderen Leistungen Ihres Unternehmens so, dass Gäste sie verstehen und über Suchmaschinen finden können. Kontaktieren Sie mich, wenn Sie die Auswirkungen auf Ihre Sichtbarkeit besprechen möchten.

(Bildnachweis: Titelbild generiert mit KI)