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Google räumt auf

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Zur Zeit ist es in aller Munde: Google hat Artikelverzeichnissen und Linkkauf den Kampf angesagt. Blog-Beiträge zum Thema findet man u.a. hier, hier und hier. Via Webmastertools wurden “Blaue Briefe” verschickt und Artikelverzeichnisse bzw. -Netzwerke aus dem Google-Index gelöscht. Dazu passt diese kleine Geschichte, die bereits im vergangenen Jahr ihren Anfang nahm:

Top-Rankings in wenigen Wochen?

Vor etwa einem Jahr erhielt ich eine SEO-Anfrage von einem international agierenden Unternehmen. Einen solchen Kunden möchte natürlich fast jeder SEO gerne an Land ziehen und so legte ich mich bei meiner Präsentation besonders ins Zeug (was ich natürlich bei jedem anderen potenziellen Kunden genauso mache ;-)). Zwar kam mein Vortrag gut an und auch die Chemie zwischen dem für Online-Marketing zuständigen Abteilungsleiter und mir stimmte, was bei einer vertrauensbasierten Dienstleistung wie SEO ein wichtiger Faktor ist, doch am Ende bekam den Zuschlag eine andere SEO-Agentur. Auf meine Frage, woran es denn gescheitert wäre, bekam ich vom Geschäftsführer genau die Antwort, die ich schon erwartet hatte: „Wir hätten gerne auf Ihre Dienste zurückgegriffen, doch die andere SEO-Agentur hat versprochen, uns innerhalb kürzester Zeit mit allen Keywords auf Platz 1 zu bringen“.

Leider gibt es immer noch Kollegen, die ihren potenziellen Kunden das Blaue vom Himmel versprechen. Dass gute SEO Zeit braucht, hören Geschäftsführer und Online-Shop-Betreiber nämlich gar nicht gern – denn Zeit ist Geld! Und so werden seitens vieler SEO-Agenturen auch im Jahr 2012 noch immer Top-Rankings in wenigen Wochen versprochen.

In der Hoffnung, mir einige bisher unbekannte SEO-Zaubertricks der Mitbewerber abgucken zu können, beschloss ich, die oben erwähnte Domain im Auge zu behalten. Schon bald begannen die Rankings, sich zu verbessern. Nach etwa drei Monaten stand die Seite mit vielen generischen Keywords in den Top 20 von Google – und das übrigens ohne die geringsten Onsite-Optimierungen. Also beschloss ich, die generierten Backlinks etwas genauer unter die Lupe zu nehmen: Bestimmt konnte ich mir hier noch einige magische SEO-Tricks abgucken! Doch alles, was ich fand, waren Backlinks aus Social-Bookmark-Diensten, Pressemeldungen, Artikelverzeichnissen und Blogs, die eine thematisch bunt zusammengewürfelte Sammlung von Texten ohne jegliche Themenrelevanz mit jeweils 2 ausgehenden Links enthielten, die mir verdächtig nach gekauften Links aussahen: je ein Link verwies zur Kundenseite, der andere Link zu einer weiteren, thematisch passenden Website.

Gute SEO braucht Zeit

Ok, solche Links hat sicherlich jeder SEO schon einmal benutzt – besonders wenn er mit einem geringen Kundenbudget arbeiten muss. Doch was mich am meisten überraschte war die Tatsache, dass eine solche Linkstrategie in der Praxis noch erfolgreich zu sein scheint! Offensichtlich hatte ich die Fähigkeiten des Google-Algorithmus bei weitem überschätzt. Kein Wunder, dass der Linkhandel und kostenpflichtige Artikelverzeichnisse blühen, wenn sich wirksame Backlinks so schnell und einfach generieren lassen. Trotzdem blieb ich skeptisch, und anstatt schnell für sämtliche Kunden Backlinks einzukaufen, beschloss ich, lieber abzuwarten und auch weiterhin viel Zeit und Kreativität in die Linkakquise sowie Onsite-SEO zu investieren – zum Glück!

Denn vor etwa zwei Wochen stürzten die Rankings der eingangs erwähnten Website ins Bodenlose – teilweise fielen die Keywords um 80-90 Positionen auf den SERPs zurück. Heute ist die Seite schlechter platziert als vor Beginn der SEO-Maßnahmen – und nun raten Sie mal, welcher Geschäftsführer mich in der vergangenen Woche anrief und bat, die Kohlen aus dem Feuer zu holen?

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