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Recap ITB 2011 Berlin

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Müde und erschöpft, aber glücklich – so lässt sich mein Gemütszustand nach meinem Besuch auf der ITB 2011 in Berlin sicher am besten zusammenfassen. An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal für die vielen interessanten Gespräche mit alten und neuen Kontakten, Kunden, Geschäftspartnern und Kollegen aus der Tourismusbranche bedanken!

Mein Hauptaugenmerk lag in diesem Jahr auf der ITB eTravel World in Halle 7.1c. Mobile Computing, Mobile Enterprise, Mobile Augmented Reality und die Nutzung und Verknüpfung von und mit Social Media in der Touristik standen hier im Mittelpunkt des Interesses. Fachlich gab es hier für SEOs nicht viel Neues zu entdecken, es war jedoch äußerst interessant zu beobachten, wie die Reisebranche die Themen Web 2.0, Social-Media-Optimierung und Suchmaschinenoptimierung (SEO) wahrnimmt. Knapp zusammengefasst kann man es folgendermaßen ausdrücken: Die Tourismusbranche ist noch nicht im Web 2.0, sondern erst bei Web 1.5 angekommen. Diesen Zustand machte vor allem Prof. Dr. Holger Lütters von der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin in seinem Vortrag Web 2.0 in the Tourism Industry Status Quo 2011 deutlich: Laut einer im Vorfeld der ITB durchgeführten und von ihm auf der eTravel Stage vorgestellten Studie nimmt die Tourismusbranche auch im Zeitalter von Blogs, Facebook und Twitter die eigene Website und E-Mail-Marketing in Form von Newslettern noch immer als wichtigste Online-Kanäle für den unternehmerischen Erfolg wahr. 61% Prozent der befragten Tourismusunternehmen organisieren demnach ihren Internet-Auftritt selbst; nur 47,5% der Befragten gaben an, ein explizites Budget für Online-Marketing zur Verfügung zu haben. Das nun bereits seit mehreren Jahren stark thematisierte sogenannte Web 2.0 wird sogar nur von 29% der befragten Unternehmen in die eigene Online-Marketing-Strategie integriert. Die Komplexität und die damit Verbundenen Chancen, die das „neue“ Internet mit Blogs, Foren, Twitter, Facebook, Social Bookmarks und Hotel-Bewertungsportalen liefert, wird von der Reisebranche noch immer nicht verstanden. Die Möglichkeiten, mit dem Kunden über das Web 2.0 zu kommunizieren und diese Kommunikation positiv für den Unternehmenserfolg zu nutzen, wird von den meisten Touristikern noch nicht einmal im Ansatz erkannt. Während das Web 2.0 bei dem Großteil der Nutzer bereits zum Alltag gehört, hat die Reisebranche den Anschluss an diese Entwicklung verpasst. Das Online-Geschäft fristet bei vielen Reiseunternehmen noch immer ein Nischendasein. Während das Web 2.0 schon fast ein alter Hut ist und langsam aber sicher vom mobilen Internet auf Smartphones und Tablet-PCs überholt wird, höre ich in Gesprächen mit Touristikern noch immer von der großen Bedeutung von Reisekatalogen und Flyern in Papierform.

Ein ähnliches Bild zeichnete sich in der abschließenden Talkrunde zum Thema „Wandel der Branche durch Social Media“ ab. Interessant wäre es sicher geworden, wenn man einige Teilnehmer der parallel zur ITB in Berlin stattfindenden SEO-Campixx auf der eTravel World hätte referieren lassen. Auch im persönlichen Gespräch mit Reiseveranstaltern, Hoteliers oder Reisebüro-Inhabern wird immer wieder deutlich, dass das Internet und seine Möglichkeiten noch immer eher als Bedrohung statt als Chance wahrgenommen werden. Mitbewerber, die erfolgreich SEO betreiben, werden in den Augen vieler Unternehmer beinahe auf eine Stufe mit Betrügern gestellt. Die Möglichkeit, den eigenen Webauftritt durch Onsite-SEO-Optimierung besser aufzustellen, ist vielen Touristikern überhaupt nicht bewusst – obwohl häufig schon kleine Änderungen der Homepage starke Verbesserungen der Suchmaschinenplatzierungen bewirken können. Das Online-Potenzial in der Tourismusbranche ist somit noch lange nicht ausgeschöpft. Besonders für kleine Reiseunternehmen bieten sich hier noch ungeahnte Möglichkeiten.

In den kommenden Tagen werde ich hier im Blog detailliertere Eindrücke von der ITB eTravel World sowie Zusammenfassungen und Kommentare zu einigen besuchten Vorträgen veröffentlichen.

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