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Google+ – Mein erster Eindruck

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Innerhalb von wenigen Tagen haben sich Millionen von Nutzern bei Google+ angemeldet. Um das neue soziale Netzwerk nutzen zu können, benötigt man bisher noch eine Einladung von einem anderen Nutzer, der bereits bei Google+ angemeldet ist. Trotzdem war der Ansturm so groß, dass Google+ zeitweise in die Knie ging und die Einladungsfunktion deaktiviert wurde Рangeblich war bei Google eine Festplatte voll!

Die Elemente, die Google+ von seinen Hauptkonkurrenten Facebook und Twitter unterscheidet, wurden an anderer Stelle bereits unz√§hlige Male ausf√ľhrlich beschrieben, weshalb ich nur kurz darauf eingehen m√∂chte:

Circles: Kreise, in die man seine Kontakte einordnen kann (z.B. Freunde, Familie, Kollegen, etc.)
Hangouts: Videochat mit bis zu 10 Personen gleichzeitig
Sparks: Interessen/Vorlieben/Themen, zu denen man Informationen sucht

Zweifelsohne stellen die drei Funktionen auf den ersten Blick einen deutlichen Vorteil gegen√ľber anderen Social Networks dar. Sowohl bei Facebook als auch bei Twitter gibt es zwar die M√∂glichkeit, seine Kontakte in Listen aufzuteilen – dies ist aber ziemlich umst√§ndlich und wurde wohl nur von den allerwenigsten Mitgliedern genutzt. In Google+ funktioniert das Einsortieren der Kontakte in bestimmte Kreise dagegen kinderleicht per Drag & Drop und ist sogar grafisch recht h√ľbsch aufbereitet. In Sachen Videochat ist Skype der bisherige Marktf√ľhrer – Facebook hat jedoch schnell auf Google+ Hangout reagiert und eilig eine eigene Videochat-Funktion gezimmert. Die Google-Standardfeatures wie Gmail und Talk sind weiterhin vorhanden und k√∂nnen direkt aus Google+ heraus genutzt werden. Zusammengefasst ist Google+ also eine feine Sache mit vielen tollen Features – die zudem allesamt kostenlos genutzt werden k√∂nnen! Trotzdem will sich bei mir keine richtige Begeisterung √ľber Google+ einstellen. Grund daf√ľr sind vor allem die folgenden zwei Punkte.

Das Dilemma der Google+-Kreise

Die Google+-Funktion Circles gilt als Hauptattraktion des sozialen Netzwerks: Per Drag & Drop kann ich meine Kontakte in unterschiedliche Kreise/Gruppen aufteilen und entscheiden, welche Informationen ich mit welchen Kreisen teilen m√∂chte. Klingt auf den ersten Blick nach einer tollen Sache – erweist sich in der Praxis aber als weniger n√ľtzlich, als man denkt. Das Problem beginnt schon bei der Einteilung der Kontakte: Wen bezeichne ich als „Freund“, wer ist nur ein „Bekannter“? Schiebe ich meinen Lieblingsarbeitskollegen in die Kategorie „B√ľro“ oder in meinen „Freundes-Kreis“ (Achtung Wortspiel!)? Oder doch gleich in beide Kreise?? Das Dilemma ist damit aber nach der Einteilen noch lange nicht vorbei: Sobald ich einen Beitrag in Google+ poste, muss ich mich entscheiden, mit welchen Kreisen ich die Information teilen m√∂chte. Zumindest f√ľr mich entwickelte sich diese Aufteilung der Google+-Kontakte zu einer echten Herausforderung, in der ich manche Kontakte von einem Kreis in den anderen schob – bis ich entnervt aufgab und mich auf zwei Kreise beschr√§nkte: „Freunde“ und „Bekannte“. Und meine Statusmelden teile ich aus Gr√ľnden der Bequemlichkeit stets mit allen Kreisen – genau wie bei Facebook.

Kann Google+ Facebook Konkurrenz machen?

Nicht erst seit Google+ bietet der Suchmaschinenbetreiber viele n√ľtzliche Tools an: Gmail, Google Reader, Google Docs, Chrome sind nur einige hervorragende Dienste, die Google seinen Nutzern kostenlos zur Verf√ľgung stellt. In der breiten Masse der User haben sich diese Tools trotzdem nicht durchgesetzt. Otto Normalbenutzer schreibt und empf√§ngt E-Mail-Service immer noch via web.de oder GMX, nutzt Microsoft Word und Excel zum erstellen von Texten und Tabellen, chattet mit seinen Freunden via ICQ oder Skype und surft mit Internet Explorer oder Firefox durch’s Internet. Die Massenwanderung von studiVZ zu Facebook stellt schon eine echte Besonderheit dar. Doch auch hier stellt sich die Frage: Wird der normaler User, der nicht den Gro√üteil seiner Zeit online verbringt oder sein Geld mit SEO verdient, gen√ľgend Anreize sehen, sich nun auch noch bei Google+ zu registrieren? Warum soll ich schon wieder weiterziehen, wenn ich gerade erst all meine StudiVZ-, Knuddels- und Gayromeo-Kontakte bei Facebook unter einem Hut versammelt habe?
Ich freue mich √ľber jeden Versuch, dem Platzhirsch Facebook Konkurrenz zu machen, und bin sicher, dass Facebook in nicht allzu ferner Zukunft den selben Weg wie myspace einschlagen wird – allerdings bin ich bisher skeptisch, ob der Nachfolger ausgerechnet Google+ hei√üen wird.

PS: Was ich bei Google+ √ľbrigens am meisten vermisse: Ich kann nicht „Gef√§llt mir“ klicken ūüėČ

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